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Donnerstag, 27.11.2014
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August-Rosterg-Haus

 
Früherer Firmensitz in der Hohenzollernstraße 139
Wintershall wurde im Jahr 1894 von dem Industriellen Heinrich Grimberg und dem Bohrunternehmer Carl Julius Winter ursprünglich als Bohrgesellschaft zur Förderung von Kalisalz gegründet. Der Firmenname leitet sich vom Namen des Gründers und von dem alten deutschen Wort „Hall“ für Salz ab. Der zufällige Ausbruch von Öl in einem der Kalischächte im Jahre 1930 erwies sich bald als zukunftsträchtige Perspektive: Schon im darauf folgenden Jahr kam die Erdölförderung als weiteres Arbeitsfeld hinzu.
Im Jahr 1920 umfasste der Wintershall-Konzern 27 Kali-Werke mit 28 Schächten. Für diesen umfangreichen Komplex wurde zu Beginn des Jahres 1920 unter der Leitung von August Rosterg, der 1898 als Bohringenieur zu Wintershall gekommen war und den Konzern als Generaldirektor in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts maßgeblich prägte, eine neue Wintershall-Verwaltung im zentral gelegenen Kassel, Hohenzollernstraße 139, eingerichtet.
Werkmodell 1938 vom Emil Rudolf Mewes für das Wintershall-Gebäude
1938 kaufte Rosterg das Gelände, auf dem sich die heutige Wintershall-Zentrale befindet. Der Kölner Architekt Emil Rudolf Mewes (1885-1949) fertigte Zeichnungen an und schuf ein Modell, das infolge des Krieges nicht verwirklicht werden konnte und schließlich ebenso wie das Bürohaus in der Hohenzollernstraße zerstört wurde.
 
Mewes war bis in die späten 1920er Jahre hauptsächlich im Siedlungsbau tätig und erreichte innerhalb der dichten Architektenszene des Rheinlandes eine gewisse Prominenz. Mitte der 1930er Jahren erhielt er einige große Aufträge für die Ruhrindustrie, die der Beginn einer steilen Karriere als Industriearchitekt sein sollte. Zu den bekanntesten Bauaufträgen gehörte sicherlich das Volkswagenwerk in Fallersleben/Wolfsburg. Neben den reinen Industriebauten entwarf das Büro Mewes auch einige Verwaltungsgebäude, zu denen auch der geplante und nicht ausgeführte Verwaltungsbau der Wintershall AG in Kassel gehörte.
Gelände westlich der Stadthalle 1943
Nach dem Krieg nutzte man barackenähnliche Unterkünfte als Notbehelf; nach und nach wurden einzelne Abteilungen zusätzlich in über die Stadt verteilten Mietshäusern untergebracht. Ein Teil der Hauptverwaltung, der Ölsektor, befand sich noch in Celle.
Die Aufrechterhaltung eines geordneten Geschäftsbetriebes schien dadurch nicht mehr gewährleistet, und so entscheid man sich Mitte der 50er Jahre für Kassel als den endgültigen Sitz für ein neu zu errichtendes Verwaltungsgebäude.
Gelände vor der Bebauung
Im Juli 1956 begannen die Bauarbeiten. Am 7. Januar 1957 wurde Richtfest gefeiert, im Oktober 1957 bezogen die Mitarbeiter den „August-Rosterg-Haus“ getaufte Bau – zu diesem Zeitpunkt mit 46 Metern das höchste Gebäude der Stadt.
 
 
Das Kerngebäude wurde in den folgenden Jahrzehnten immer wieder erweitert, zuletzt 2005/2006 mit einem Treppenaufgang an der zur Stadthalle gelegenen Ostseite.
 
 
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Der wachsende Rohbau, von Osten gesehen.
Im Vordergrund der Eingang zum alten Bürogebäude
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Blick von der Höhe des Rohbaus auf einen Teil der alten Bürogebäude
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Der Neubau zur Zeit des Richtfestes
(7. Januar 1957)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Von Dach des 46 Meter Gebäudes ein erster Rundblick über die Stadt ... nach Osten über die Stadthalle zur Innenstadt
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die fertig verblendete Westseite
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Östliche Wartehalle mit symbolhafter Darstellung der Lage aller Wintershall Produktionsstätten
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Schmuckteppich in der Empfangshalle mit geologischer Darstellung von Kali- und Erdöllagerstätten


 
 
 
 
 
 
 
 
Der große Sitzungssaal
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Arbeitsraum
 
 
 
Quelle: Firmenarchiv Wintershall AG
[letzte Aktualisierung: 13.06.2012]