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Zebrastreifen am Karl-Marx-Platz

 




1978: Ausbauvariante für den Karl-Marx-Platz (zum Vergrößern bitte das Bild anklicken)

Die Gestaltung des Karl-Marx-Platzes war bis zum Umbau in Jahre 1996 ein immer wieder heftig diskutiertes Thema im Vorderen Westen.

Vor fast genau 30 Jahren, im Februar 1978, legte das damalige Dezernat für Bauwesen und Stadtentwicklung Vorschläge zum Umbau des Karl-Marx-Platzes vor. Stadtbaurat Carsten Coordes lud zur Anwohnerversammlung ein. Im damaligen Zeitgeist wurden sehr großzügige Fahrbahnflächen mit Abbiegespuren bei allen Ausbauvarianten vorgeschlagen. Das Einladungsschreiben zur Anwohnerversammlung mit vier Ausbauvarianten finden Sie als pdf-Datei weiter unten bei Materialien.

 

Keiner dieser Varianten wurde glücklicherweise realisiert.

 






Karl-Marx-Platz vor der Umgestaltung




1982: Anwohner malen einen Zebrastreifen


Die Verbesserung der Überquerbarkeit des Karl-Marx-Platzes für Fußgänger war immer eine wichtige Forderungen gewesen. 1982 wurde von Anwohnern ein Zebrastreifen über die Fahrbahn gemalt, der allerdings umgehend „aus Sicherheitsgründen“ (HNA vom 23.10.1982) wieder beseitigt wurde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




1996: Platz nach dem Umbau


Mitte der 90er Jahre wurde das Thema wieder vom Stadtplanungsamt aufgegriffen, die Prioritätensetzung war allerdings anders. Die Sicherheit von Fußgängern, die Erreichbarkeit der Haltestelle und der barrierefreie Einstieg in Straßenbahn und Bus waren nun wichtiger. Die Haltestelle Friedenskirche war die erste Kap-Haltestelle in Kassel, an dem östlichen Haltstellenbereich wurde ein Zebrastreifen eingerichtet.

 

Eine Untersuchung zur Verkehrssicherheit des Zebrastreifen wurde durchgeführt, insgesamt wurde der Fußgängerüberweg als sicher bezeichnet. Dies wird auch heute noch von der Polizei bestätigt.




1996 - 2007: sichere und gut funktionierende Zebrastreifen



Obwohl dieser Zebrastreifen sehr sicher war und auch im Rahmen des Schulwegs zur Herkulesschule eine wichtige Funktion hatte, wurde er im September 2007 vom Straßenverkehrsamt beseitigt. Die Begründung ist im Schreiben des Straßenverkehrsamtes vom 19.10.2007 weiter unten nachzulesen.

 

Zur Zeit der Einrichtung des Zebrastreifens 1996 war sogar die Anlage über Straßenbahngleise möglich.  Die Rechtssituation bezüglich der abknickenden Vorfahrt war auch damals dem zuständigen Amt bekannt. Allerdings wurde ein Ermessenspielraum zugunsten der Fußgängersicherheit genutzt, der anscheinend heute nicht mehr vorhanden ist.

 

Mit dem Zebrastreifen hatte sich auch Ende der 90er Jahre das Verkehrsministerium in Wiesbaden als Aufsichtsbehörde beschäftigt und sah keinen Grund, die Beseitigung des Zebrastreifens zu fordern. Um so unverständlicher ist jetzt die Reaktion des Straßenverkehrsamts, vor allen Dingen auch, da kein Handllungsbedarf bestand.

 




2007: Abknickende Vorfahrt und beseitigte Zebrastreifen


Insbesondere wird vom Straßenverkehrsamt angeführt, dass nach der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung ein Zebrastreifen über eine abknickende Vorfahrtsstraße nicht angelegt werden dürfe. Nach § 42 Abs. 2 der Straßenverkehrsordnung sind allerdings Fußgänger bei abknickender Vorfahrt gegenüber den Fahrzeugverkehr, auch der Straßenbahn, bevorrechtigt. Wer einer abknickenden Vorfahrtsstraße folgt, „muss dies rechtzeitig und deutlich ankündigen; dabei sind die Fahrtrichtungsanzeiger zu benutzen. Auf Fußgänger ist besondere Rücksicht zu nehmen; wenn nötig, ist zu warten“, heißt es dazu in der Straßenverkehrsordnung. Nach der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung ist eine Querungsmöglichkeit für Fußgänger bei abknickender Vorfahrt zu unterbinden: „Fußgängerquerverkehr über eine Vorfahrtstraße an der Kreuzung oder Einmündung mit abknickender Vorfahrt ist durch Stangen- oder Kettengeländer zu unterbinden.“ An der Haltestelle Friedenskirche wäre dies eine absurde Situation, da dann die Fahrgäste nicht mehr ein- oder aussteigen könnten.

 

Die Einrichtung des Zebrastreifens war 1996 eine sachgerechte und der Fußgängersicherheit dienende Maßnahme gewesen. Auch die jetzige Situation ist nicht  konform mit den rechtlichen Vorgaben, allerdings für Fußgänger unkomfortabler und unsicherer.

 

So hat der Ortsbeirat in seiner Sitzung am 25.10.2007 einstimmig die Wiedereinrichtung des Zebrastreifens gefordert.


 

 

Materialien:

 

 


1978 Dezernat für Bauwesen und Stadtentwicklung: Ausbauvarianten
für den Karl-Marx-Platz 
pdf-Datei  
   
1989 "Für uns" vom 18.05.89: Karl-Marx-Platz: Endlich geht´s voran  pdf-Datei  
   
1989 HNA vom 25.05.89: Favorit gerät ins Abseits  pdf-Datei  
   
1996 HNA März 1996, mehrere Artikel und Leserbriefe  pdf-Datei  
   
1996 HNA vom 03.04.96: Lewandowski sieht Rechtsverstoß  pdf-Datei  
   
1996 Westwärts vom April 1996: mehrere Artikel zum Karl-Marx-Platz  pdf-Datei  
   
1998 Untersuchung über die Sicherheit der Zebrastreifen: Veröffentlichung in der Fachzeitschrift "Der Nahverkehr" aus 7/8-1998  pdf-Datei  
   
2001 Veröffentlichung in der Fachzeitschrift "Der Nahverkehr" aus 10/2001: Sicherheitsbedenken gegen Fußgängerüberwege
über straßenbündige Trambahntrassen unbegründet 
pdf-Datei  
   
2007 Brief des Straßenverkehrsamts an den Ortsbeirat: Beseitigung des Fußgängerüberweges (Zebrastreifens) über die Friedrich-Ebert-Straße am Karl-Marx-Platz  pdf-Datei  
   
2007 HNA vom 22.10.07: Zebrastreifen kommt weg  pdf-Datei  
   
2007 HNA vom 25.10.07: Grüne gegen Wegfall des Zebrastreifens  pdf-Datei  
   
2007 Beschluss des Ortsbeirat West vom 25.10.07   pdf-Datei  
   
2007 HNA vom 30.10.07: Passanten vermissen den Zebrastreifen - Ortsbeirat fordert Überweg am Marx-Platz zurück  pdf-Datei  
   
2007 Anfrage der Grünen vom 22.10.07 im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr und das Protokoll der Sitzung am 01.11.07  Anfrage

Sitzungsprotokoll  
   
2008 HNA vom 04.01.08: Leserbrief "Verkehrssicherheit blieb auf der Strecke"  pdf-Datei  
   
2008 HNA vom 11.01.08: Leserbrief "Unfälle sind vorprogrammiert"  pdf-Datei