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Donnerstag, 30.03.2017
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Regina Deborah Schiff

Regina Schiff mit Ehemann Martin
Grabstein von Martin Schiff (Foto: Wolfgang Matthäus)
Parkstraße 31
Inserat im Adressbuch von 1896
Zur Verlegung des Stolpersteins am 03.04.13 waren Enkel und Urenkel von Regina Deborah Schiff aus Amerika angereist.
 
 
Regina Deborah Schiff geb. Japhet
Parkstraße 31
 
geboren 17.01.1861 in Kassel
ermordet 19.11.1943 in Auschwitz
 
Sie wohnte in der Parkstraße 31 und zog am 21.02.1937 nach Berlin. Im Adressbuch der Stadt Kassel von 1938 ist Regina Schiff noch als Hausbesitzerin der Parkstraße 31 eingetragen.
Sie flüchtete am 19.08.1939 in die Niederlande und wohnte in der Botticellistraat 12 huis, in Amsterdam.
Interniert wurde sie am 27.03.1943 in Opens external link in new windowWesterbork und am 16.11.1943 nach Auschwitz deportiert. Drei Tage später wurde sie ermordet.
 
Regina Schiff heiratete am 26.1.1881 in Kassel den Kaufmann
 
Martin Meyer Schiff, geb. 16.11.1850 in Homburg vor der Höhe (oder in Hamburg? - widersprüchliche Angaben)
Eltern: Bär Schiff und Sara Flörsheim
 
Martin Schiff gründete 1875 in Kassel ein Groß- und Einzelhandelsgeschäft für “Gummiwaaren-Fabrikate“, das zunächst in der Kölnischen Straße 12 seit spätestens 1896 in der Königsstraße 22 im Erdgeschoss angesiedelt war.
 
Schiff inserierte auffällig im Adressbuch der Stadt von 1896. Mitte der 1880er Jahre wohnte die Familie in der Bahnhofstraße 16. Das Unternehmen muss ziemlich erfolgreich gewesen sein: Mitte der 1890er Jahre trat Martin Schiff als Bauherr für das damals viergeschossige Haus in der Parkstraße 31 auf.  Etwa 1895/96 muss es von Regina und Martin Schiff gemeinsam mit ihrer am 17.4.1892 geborenen Tochter Resi bezogen worden sein.
 
Die Tochter heiratete am 24.5.1913 Paul Gumpel und zog am 25.6.1913 nach Bernburg. Martin Schiff arbeitete seit etwa 1913 offenbar eine Zeit lang als Direktor für eine Versicherungsgesellschaft, nach dem Krieg war er wieder in seiner ursprünglichen Tätigkeit im Adressbuch zu finden. Er starb am 26.8.1928 und wurde auf dem jüdischen Friedhof begraben.
 
 
Im Adressbuch der Stadt Kassel von 1940 ist dann als Besitzer des Hauses Parkstraße 31 Fleischermeister August Eschstruth eingetragen. Das Gebäude wurde um 1895 als viergeschossiges Gründerzeithaus von den Kaufmann Martin Schiff errichtet. Im Krieg wurde es zerstört und 1951 nach den Plänen von Heinrich Dittrich zweigeschossig wieder aufgebaut.
 
 
Literatur:
 
Wiegand, Thomas; Kulturdenkmäler in Hessen: Stadt Kassel II. Herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Wiesbaden 2005, S. 354 f.
Adressbücher der Stadt Kassel
Hausstandsbuch Parkstraße 31 (Stadtarchiv)
Thiele, Helmut; Die jüdischen Einwohner zu Kassel 1700-1942. Kassel 2006
 
 
Links:
 
Opens external link in new windowDigitale Erfassung der Adressbücher nach Helmut Thiele an der Uni Kassel
 

[letzte Aktualisierung: 29.06.2016]