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Mittwoch, 19.12.2018
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Höllenküppel

Elbuchenstraße 10 (rechts) und Elbuchenstraße 12 (Mitte) September 2015
Neumann-Plan von 1878 mit dem Höllenküppel und der 1875 fertiggestellten Infateriekaserne. Der Druselgraben versorgte die Stadt mit Wasser.
Grundsteinlegung der Rosenkranzkirche 1899 mit dem Blick nach Osten. Im Hintergrund auch der Höllenküppel.
Das Gebäude der Gaststätte "Zum Höllenküppel" hinter der Elfbuchenstraße 12 auf dem Stadtplan von 1907.
Luftbild (wahrscheinlich 1950er Jahre) mit der Friedenskirche rechts
Luftbild 2014 mit der Elfbuchenstraße unten
Blick auf den Höllenküppel von der Elfbuchenstraße 10 aus (2015).
 
Zur Zeit der Gründung des Vorderen Westens befand sich in einem heutigen Hinterhof der Elfbuchenstraße ein Ausflugsziel der Kasseler. Geht man heute durch das Haus Elfbuchenstraße 12, dann stößt man im Hinterhof auf eine sehr steile Treppe, die auf einen kleinen Hügel führt, eine Erhebung des Muschelkalkrückens des Kratzenberges, auf dem sich Gebäude befinden - eine Idylle im Vorderen Westen mit der ursprünglichen Flurbezeichnung "Höllenküppel". Hier war im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts die Ausflugs und Gartengaststätte "Zum Hölllenküppel" entstanden, deren Gebäude im Kern die Zeitläufte bis heute überdauert haben und noch immer zu sehen sind. Die Gegend war damals noch unbebaut, außer einzelnen Häusern stand in der Nähe nur die Infanteriekaserne.
Wolfgang Hermsdorff schreibt: "Der Westen bis hin zum Bahnhof Wilhelmshöhe lag außer einzelnen Häusern ziemlich öde und leer da. Nur wenige Bäume und Büsche zierten die Landschaft, dazwischen lagen vereinzelt kleine Gärten. Von der Stadt führte der Weg zum Höllenküppel durch eine Verlängerung der Kölnischen Straße, die in der Gegend der Eisenbahndirektion allmählich Vorortcharakter annahm - von Pflasterung war keine Rede, und der Marsch gen Westen gestaltete sich an heißen Sommertagen als eine staubige Angelegenheit. Die Wirtschaft ‘Zum Höllenküppel’ bot sich dem Wanderer auf dem Weg nach Kirchditmold oder Wilhelmshöhe als willkommenes Zwischenziel an. Sie wurde bald ein beliebtes kleines Ausflugslokal, in dem sich manche Kasseler Familie auf dem Spaziergang ihren Kaffee aufgießen ließ. Natürlich kamen auch die Soldaten der benachbarten Kaserne und tranken hier ihren Schoppen. Hinter dem Haus gab es im Fels auch Bierkeller." (Hessische Nachrichten, Ein Blick zurück, Nr. 44, 5.8.1961).
Die Familie Ledderhose, die die Wirtschaft betrieb, hatte wohl auch Ställe, weil sie wie ihre Vorgänger Vieh hielt. Als die Bebauung der Straßen ringsum die Wirtschaft verdeckte, legte Christoph Ledderhose die Wirtschaft in das (Vorder-) Haus Elfbuchenstraße 12. In der Mitte der 20er Jahre ist seine Witwe als Hauseigentümerin verzeichnet, aber in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg ging das Lokal ein. Im Haus befindet sich heute ein Antiquariat.
 
Quelle:
Wolfgang Matthäus (Hg.), Vom Hohenzollernviertel zum Vorderen Westen. Straßennamen, Geschichte und "Geschichtspolitik", Kassel 2005
[letzte Aktualisierung: 29.06.2016]