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Montag, 17.12.2018
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Flaggenstreit um das Aschrottheim

Das Aschrottheim in der Zeit des NS. Neben der großen schwarz-weiß-roten Fahne sind einige kleinere Hakenkreuzfahen zu erkennen.
Schreiben des Oberbürgermeisters an den Regierungspräsidenten (HStAM Best. 165 3982 Bd. 16)
 
 
Das 1931 fertiggestellte Aschrottheim verdankte seine Entstehung der Stiftung Opens external link in new windowFelix Aschrotts, des Sohns von Opens internal link in current windowSigmund Aschrott. In der Stiftungsurkunde hieß es: „Zweck der Stiftung ist die Errichtung und Erhaltung eines Hauses in Kassel oder dessen nächster Umgebung, in dem ältere alleinstehende gebildete Frauen und Mädchen ohne Unterschiede der Religion gegen mäßige monatliche Vergütung ein eigenes Zimmer mit Beleuchtung, Heizung und Bedienung, sowie voller Beköstigung und ärztlicher Behandlung in leichten Krankheitsfällen erhalten können.“
Die Nürnberger Gesetze untersagten Juden  im Paragraphen 4 des „Gesetzes zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“ das Hissen der Reichs- und Nationalflagge und das Zeigen der Reichsfarben.
Ob am Aschrottheim geflaggt werden durfte, geriet 1937 in den Streit verschiedener Instanzen. Neben 7 Jüdinnen wohnten hier zu diesem Zeitpunkt 83 „deutschblütige Frauen“, darunter 6 Mitglieder der NSDAP. Oberbürgermeister Lahmeyer wandte sich an den Regierungspräsidenten und bat um eine Entscheidung des Ministers.
 
Quelle
HStAM Best. 165 Bd. 16, Bl. 269f.
[letzte Aktualisierung: 29.06.2016]