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Sonntag, 16.12.2018
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August-Bebel-Platz

Fluchtlinienplan 1892
Hindenburg begrüßt in Kassel heimkehrende Truppen.
 
Der August-Bebel-Platz entstand auf dem Gebiet Wehlheidens noch vor der Vereinigung mit Kassel und erhielt zunächst die Bezeichnung Markt - ein Hinweis auf die zentrale Funktion, die er in der Stadtplanung Aschrotts spielte. Mit der Vereinigung Wehlheidens mit Kassel 1899 wurde er zum Neumarkt, der bereits bestehende Kasseler Markt zum Altmarkt.
 
Der Neumarkt wurde unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg Paul von Hindenburg gewidmet, eine Namensgebung, die dem Geiste Aschrotts wahrscheinlich entsprochen hat und im Nationalsozialismus beibehalten wurde. 1947 machte man mit dem "Bebelplatz", den bedeutenden Gründer der Sozialdemokratie August Bebel zu seinem Namensgeber, 1949 wurde er zum "August-Bebel-Platz“ – eine vollständige Bezeichnung, die fast niemand – auch die KVG nicht – verwendet.
Die Umbenennung nach dem Ende des Ersten Weltkrieges geschah offensichtlich im Einklang mit der Arbeiterschaft. Ein Aufruf des Kasseler Magistrats und des Arbeiter- und Soldatenrates (!) vom November 1918 würdigte Hindenburg, als er in Kassel eintraf, um von hier im Großen Hauptquartier im Schlosshotel Wilhelmshöhe die Demobilisierung der deutschen Truppen zu leiten: "Hindenburg gehört dem deutschen Volke und dem deutschen Heere ... Nie hat Hindenburg in der Größe seiner Pflichterfüllung uns näher gestanden als heute. Seine Person steht unter unserm Schutze." (zit. nach Hermsdorff, Kassel 1900)
1947 sahen die Verantwortlichen in der Stadt wohl eher den Beitrag Hindenburgs zur Zerstörung der ersten deutschen Demokratie und wollten ihn nicht länger würdigen, während eine Bundeswehrkaserne in der Stadt noch lange seine Namen tragen sollte.
[letzte Aktualisierung: 16.10.2016]