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Montag, 17.12.2018
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Rathenauplatz

Der Wilhelmsplatz (ca. 1938). Die zwischenzeitliche Bezeichzung Rathenauplatz war in der NS-Zeit rückgängig gemacht worden.
 
Hier begann früher dem Straßennamen nach die Wilhelmshöher Allee und der Platz an der Einmündung von Königstor, Murhard- und Adolfstraße war zunächst nach Wilhelm IX. benannt.
Wilhelm IX. wurde am 3.6.1743 in Kassel geboren und starb in Kassel am 27.2.1821. 1785 wurde er Regent in Kassel, 1803 erhielt er die inzwischen bedeutungslose Kurfürstenwürde, an der er auch nach seiner Absetzung durch Napoleon, dem Exil und seiner Rückkehr festhielt. 1798 wurde der Mittelteil des neu erbauten Schlosses mit einer Kuppel versehen und man brachte an der Fassade die Bezeichnung “Wilhelmshöhe” an - die bis heute gültige Bezeichnung für Schloss und Park.
In der Zeit der Weimarer Republik wurde der Platz in Rathenauplatz umbenannt. Das erinnerte an den Industriellen, Politiker und Schriftsteller Walther Rathenau (1847-1922), der als Außenminister eine Verständigungspolitik mit den Alliierten verfolgt hatte. Infolgedessen und auf Grund seiner jüdischen Herkunft wurde er heftig von konservativen Kräften angegriffen. Schließlich ermordeten ihn am 24.6.1922 Mitglieder der rechtsextremen terroristischen Gruppierung "Organisation Consul" in seinem Auto in Berlin.
Die Nationalsozialisten machten diese Namensgebung rückgängig, war doch der Mord an Rathenau auch in ihrem „Geiste“ erfolgt. Die erneute Rückbenennung erinnert an die erste deutsche Demokratie, warnt aber auch indirekt vor Kräften, die Demokratie beseitigen wollten und wollen.
 
[letzte Aktualisierung: 23.10.2016]