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Gläserne Stadt

Dieter Freiherr von Andrian 1968

Farbige Dickgläser, Beton, Metall
243 x 1398 cm

Standort: Platz der 11 Frauen, Nordseite

Das Mosaik mit dem damaligen Stadtplan von Kassel wurde für die Fußgängerunterführung am ehemaligen Hauptbahnhof geschaffen und dort von hinten mit Neonlicht beleuchtet. Farben ermöglichen eine erste Orientierung: Blau für das Wasser der Fulda, der Wasserspiele oder der Gräben in der Aue, Hellgrün für Parks sowie Grün für Wälder, ein Rotton für öffentliche Gebäude, während private Gebäude und Herkules farblos erstrahlen.

„Gefertigt wurde die Wand in Betondickglastechnik. Nach einer Kartonvorlage des Künstlers im Maßstab 1:1 schlägt der Glaser die farbigen Dickgläser zurecht und fügt sie in einen Metallrahmen ein, der anschließend mit Beton ausgegossen wird. Auf diese Weise entstehen ca. 80 x 126 cm große Teilstücke, aus denen das Gesamtbild zusammengesetzt wird“. (Kunst im öffentlichen Raum: Kassel 1950 – 1991, hg. vom Magistrat der Stadt Kassel, Kulturamt 1991, S. 130)

Mit der Schließung der unterirdischen Tram-Haltestelle und der Fußgängerunterführung war das Mosaik lange Jahre nicht mehr zugänglich, ehe es im Jahr 2017 während der documenta 14 vorübergehend wieder sichtbar wurde. Dass das nicht die letzte Gelegenheit war, die „Gläserne Stadt“ des Arnold Bode-Schülers von Andrian noch einmal sehen zu können, wie der Deutschlandfunk während der documenta befürchtete, ist der Wohnungsgesellschaft GWH zu verdanken. Sie erwarb das Mosaik, ließ es aufwändig restaurieren und auf dem Platz der 11 Frauen  2019 neu und nun oberirdisch installieren. Vor dem endgültigen Verschwinden bewahrt,  bei Dunkelheit beleuchtet – und durch Panzerglas auch gegen Vandalismus geschützt, dem es unter der Erde immer wieder ausgesetzt war.

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